Grundausbildung
In der Grundausbildung lernt jeder Soldat das, was er beherrschen muss, sozusagen das Kleine Einmaleins des Soldaten. Dazu gehören u.a.:
- Unterricht über die Rechte und Pflichten des Soldaten und über den
- Sinn des Wehrdienstes,
- Politische Bildung,
- Gefechtsdienst,
- Waffen- und Schießausbildung,
- Sport,
- ABC-Abwehr-Ausbildung sowie
- Sanitätsausbildung.
In der Bundeswehr gibt es die drei Teilstreitkräfte: Heer, Luftwaffe und Marine. Die Ausbildung wird bei allen Teilstreitkräften unterschiedlich gestaltet.
Das Heer besteht etwa zur Hälfte aus Wehrpflichtigen, zur anderen Hälfte aus Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten. Schwerpunkt der zweimonatigen allgemeinen Grundausbildung im Heer ist unter anderem die Schieß- und Gefechtsausbildung.
In der sich anschließenden Spezialgrundausbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten für die Verwendung in der Funktion vermittelt, in der der Soldat eingesetzt wird. Dies kann die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, Funkelektroniker, Kanonier, Richtschützen im Panzer oder Kraftfahrer sein. Anschließend folgt die Vollausbildung, in der der Soldat in der kleinen Kampfgemeinschaft- sozusagen im "Team" - seine Aufgaben zu erfüllen hat.
Für Krisenreaktionsverbände wird diese Ausbildung in einer anschließenden Einsatzausbildung fortgesetzt. Diese kann durch eine auftragsbezogene Kontingentausbildung ergänzt werden, um Soldaten für friedensschaffende, friedenserhaltende oder humanitäre Aufgaben im Auftrag der Vereinten Nationen vorzubereiten.
In der Luftwaffe ist der Anteil Wehrpflichtiger prozentual geringer, länger dienende Freiwillige und Berufssoldaten sind in der Überzahl. Die zweimonatige allgemeine Grundausbildung wird in Luftwaffenausbildungsregimenten durchgeführt. Sie vermittelt die allgemeinmilitärische Grundbefähigung für den Einsatz der Soldaten im Frieden.
Nach der allgemeinen Grundausbildung werden die Soldaten in ihre Stammeinheiten versetzt. Dort erhalten sie die für ihren weiteren Einsatz in der Luftwaffe erforderliche spezifische Ausbildung. Grundsätzlich erfolgt diese in Form einer Ausbildung unmittelbar am Arbeitsplatz, z.B. als Waffensystembediener, Sicherungssoldat, Kraftfahrer oder Stabsdienstsoldat.
Einen vergleichsweise geringen Anteil an wehrpflichtigen Soldaten hat die Marine. Sie werden im Rahmen ihrer dreimonatigen Grundausbildung an Schulen militärisch und zugleich fachlich auf ihre zukünftige Verwendung vorbereitet. Anschließend folgt der Einsatz an Bord oder an Land.
Der Alltag nach der Grundausbildung ist allen Gerüchten zum Trotz abwechslungsreich. Gefechtsübungen oder gar mehrtägige Großübungen mit alliierten Partnern sind Höhepunkte in der Ausbildung. Dabei können die Soldaten ihre persönliche Leistungsfähigkeit und ihr sachliches Können unter Beweis stellen. Übungen von Truppenteilen im Rahmen der Initiative "Partnerschaft für den Frieden" mit Soldaten der jungen Demokratien aus Mittel- und Osteuropa sind ein aktiver Beitrag zur Völkerverständigung.
Und dennoch gibt auch es Zeiten, in denen Routinedienste erledigt werden müssen. Ohne "Technischen Dienst" zur Pflege der Waffen und zur Wartung von Fahrzeugen und Gerät geht es nun einmal nicht. Der steuerzahlende Bürger erwartet von den Soldaten, dass sie das ihnen anvertraute Gerät sorgfältig behandeln und über Jahrzehnte einsatzfähig halten. Technischer Dienst ist ebenso wie Bereitschafts- und Wachdienst aktiver Dienst für den Frieden. Wer das einsieht und sich einbringt, dem wird solcher Dienst nicht nur sinnvoll, sondern auch leichter erscheinen.
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